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Wünsche für die letzte Lebensphase

In Pflegeeinrichtungen ist die Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung gesetzlich geregelt. Die Evangelische Altenhilfe Duisburg hat dafür eine eigene Stelle geschaffen und gehört damit zu den Vorreitern in Duisburg.

Seit August 2018 ist Wilhelm Oesterschmidt für alle sechs Häuser der Evangelischen Altenhilfe Duisburg als Berater für gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVL) tätig. Er gibt Bewohnern und ihren Angehörigen die Möglichkeit, die letzte Lebenszeit im Vorfeld zu planen. Welche Wünsche möchte sich der Bewohner noch erfüllen? Welche Vorstellungen hat er in Bezug auf seine pflegerische und medizinische Versorgung im Notfall? Was soll getan werden und was nicht?

Freiwilliges Angebot

„Die GVL ist immer freiwillig“, betont Wilhelm Oesterschmidt. „Wir akzeptieren es natürlich auch, wenn jemand unser Angebot ablehnt.“ Seine Erfahrung ist, dass immer mehr Bewohner die Beratung dankbar annehmen. Herr L. zum Beispiel: Der schwerkranke Mann hatte sich gewünscht, möglichst nicht ersticken und keine Schmerzen haben zu müssen. Alles war genauestens dokumentiert, alle waren informiert. Herr L. war zufrieden. Doch dann stürzte er, kam ins Krankenhaus, wurde operiert und verstarb wenige Tage nach dem Eingriff. Auch wenn das Leben manchmal unvorhersehbare Wege nimmt, ist Wilhelm Oesterschmidt von der Sinnhaftigkeit der GVL überzeugt: „Sie ist der Versuch, etwas nicht Planbares planbar zu machen.“

Sensibles Thema

Im Vordergrund stehe immer der Wunsch des Einzelnen. „Der Wille des Bewohners ist zu respektieren und daher handlungsleitend“, heißt es in offiziellen Schriftstücken zur GVL. Verpflichtend ist, dass mehrere Entscheidungsträger einbezogen werden. Häufig sind das die Angehörigen. Mit ihnen über das Lebensende ihres lieben Menschen zu sprechen, erfordert viel Empathie und Sensibilität. Oft fließen Tränen. Manchmal sind nicht alle Angehörigen einer Meinung. „Ich sehe mich dann als Anwalt für den Bewohner und versuche zu moderieren“, erklärt Wilhelm Oesterschmidt. Meistens sind dafür mehrere Gespräche nötig.

„Ich finde das so wichtig“

Um für seine neue Aufgabe gut vorbereitet zu sein, absolviert der langjährige Pflegedienstleiter eine spezielle Weiterbildung. Ein großes Interesse für die Sterbe- und Trauerbegleitung hat er schon seit vielen Jahren. „Ich finde das so wichtig“, sagt der 58-Jährige.

Wie wichtig und hilfreich sein Angebot für die Betroffenen sein kann, zeigt ihm das Beispiel von Familie S., die er schon längere Zeit kennt und die er jetzt als GVL-Berater begleitet. Viele Fragen sind geklärt, alle Wünsche von Herrn S. bekannt. Die Familie ist vorbereitet. Auch Herr S.: „Meine Koffer sind schon gepackt.“

Leitungswechsel in den Beecker Hausgemeinschaften / Haus an der Flottenstraße: Seit August 2018 ist Jens Deselaers (2.v.r.) Pflegedienstleiter. Sein langjähriger Vorgänger, Wilhelm Oesterschmidt (2.v.l.), ist seitdem Berater für gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVL). Bei einer kleinen Feierstunde im Sommer gratulierten die Zentrale Heimleitung Petra Rathofer und Geschäftsführer Peter Leuker.