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Palliativpflege: Vorbereitet sein auf den letzten Weg

Die Bewohner in Altenhilfeeinrichtungen werden immer pflegebedürftiger und älter. Abschiednehmen und Sterben als Teil des Lebens gehören zum Alltag. Zunehmend wichtig sind speziell qualifizierte Mitarbeiter und eine gute Vorbereitung.

Sterbende Bewohner wünschen sich, möglichst im gewohnten Umfeld bleiben zu können. Diese Erfahrung macht auch Wilhelm Oesterschmidt, Pflegedienstleiter der Beecker Hausgemeinschaften / Haus an der Flottenstraße: „Wir sind ihr letztes Zuhause und gut darauf vorbereitet, den letzten Weg mit unseren Bewohnern zu gehen.“

Bereits vor vielen Jahren begann die Evangelische Altenhilfe Duisburg, ihre Mitarbeiter für Palliativpflege zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Heute sind in allen Häusern geschulte Fachkräfte tätig. Sie arbeiten eng mit Ärzten und bei Bedarf mit auf Palliative Care spezialisierten ambulanten Diensten zusammen. Eine enge Verbindung gibt es zur Hospizbewegung Hamborn.

Den letzten Wunsch respektieren

Möglichst früh versuchen sie, gemeinsam mit Angehörigen oder Betreuern die letzten Wünsche des Bewohners zu ermitteln und zu dokumentieren. Über diese gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase, auch „Advance Care Planning“ (ACP) genannt, sind alle Mitarbeitenden in Pflege und Betreuung informiert und respektieren sie – auch im Notfall. Wilhelm Oesterschmidt erklärt: „Lehnt zum Beispiel jemand eine Reanimation oder eine künstliche Beatmung ab, verhalten wir uns in seinem Sinne. So erfüllen wir den persönlichen Wunsch und sind rechtlich abgesichert.“ Damit dies auch in Notfallsituationen durch den Notarzt berücksichtigt wird, hilft neben einer detaillierten Patientenverfügung der Palliativausweis Duisburg (siehe unten) durch seine kurze und rechtlich abgesicherte Form. Gibt es nichts Schriftliches, dient eine palliative Fallbesprechung mit allen Beteiligten dazu, den mutmaßlichen Willen des Sterbenden zu klären und danach zu handeln.

Lebensqualität erhalten

Im Mittelpunkt der aktivierenden Pflege zur palliativen Begleitung steht die Lebensqualität des Bewohners. Mit der Erkrankung verbundene belastende Symptome – zum Beispiel Atemnot, Appetitlosigkeit, Schmerzen, Unruhe und Angst – sollen so weit wie möglich reduziert werden. Die moderne Palliativpflege bietet dafür eine Vielzahl von Möglichkeiten. Dazu gehören neben der Schmerztherapie unter anderem eine spezielle Mundpflege mit dem Lieblingsgetränk, Aromatherapie und andere Formen der basalen Stimulation, Kontaktwünsche des Bewohners oder seelsorgerische Gespräche.

Sterben enttabuisieren

In Altenhilfeeinrichtungen sterben pro Jahr inzwischen deutlich mehr Menschen als noch vor einem Jahrzehnt – weil sie oft hochbetagt und schwerstpflegebedürftig sind. Pflegedienstleiter Wilhelm Oesterschmidt wünscht sich deshalb eine weitere Enttabuisierung: „Sterben und Tod sind Teil des Lebens. Aber es ist ein Leben bis zuletzt.“

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Duisburger Palliativausweis

Seit 2016 gibt es in Duisburg einen „Palliativausweis“. Dieser Nachweis über Diagnosen und Behandlungswünsche in der letzten Lebensphase wird mit dem Betroffenen zusammen ausgestellt und er sollte ihn immer bei sich führen. Der gelbe Ausweis in Form eines Impfpasses informiert Pflegende und Rettungskräfte in Notfallsituationen schnell und umfassend über das Krankheitsbild, Ansprechpartner und den Willen des zu Behandelnden.

Mehr Infos und kostenlose Vordrucke: www.palliativ-duisburg.de

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