Kontaktdaten

Wir sind für Sie da!

Flottenstraße 55
47139 Duisburg

0203 453-0

0203 453-501

Zentrale Beratung

Wir unterstützen Sie in allen Fragen rund um Alter und Pflege. Sprechen Sie uns an!

Außergewöhnliche Gäste im Wortmannstift Ruhrort

Ein mobiler Minizoo sorgt für Faszination und Begeisterung. Die Soziale Betreuung trifft mit ihrer ungewöhnlichen Aktion das Interesse der Bewohner.

Punkt 9.30 Uhr in Ruhrort: Im Speisesaal des Wortmannstifts ist das Frühstück vorbei. Dennoch ist hier noch jede Menge los. Der Grund sind die ungewöhnlichen, kleinen Gäste: Zwei lebende Vogelspinnen, ein aktiver Skorpion und 85 Insekten aus aller Herren Länder, die sich in Schaukästen befinden. Den mobilen Minizoo hat Alltagsbegleiter Dirk Prang (51) von zuhause mitgebracht. „Mein Hobby”, erklärt er. “Ich dachte mir, dass das vielleicht auch die Bewohner interessiert.”

  

Volltreffer! Denn immer mehr Bewohner kommen nach und nach in den Speisesaal, versammeln sich um die Terrarien und beobachten gebannt, was hinter den Glasscheiben passiert. Doch wer beobachtet wen? Auch die Tiere checken die Lage und scheinen in einer ruhenden Position die neugierigen Zaungäste zu beobachten. In ihrer Ruhe lassen die Spinnen und der Skorpion sich zu Beginn nicht stören. Das stellt auch Mina Bentz (78) lachend fest. Mit achtbeinigen Tierchen hat sie kein Problem. „Ich komme aus der Landwirtschaft. Ich kenne alles, was kreucht und fleucht“, verrät sie strahlend.

Bereits nach wenigen Minuten entwickeln sich lebhafte Gespräche über die außergewöhnlichen Gäste, über Vergangenes oder ganz aktuelle Geschehnisse. “Das ist der Grund, weshalb wir solche Aktionen anbieten. Sie fördern die Kommunikation, wecken Erinnerungen, machen Freude“, erklärt Demet Lehmann (30), Fachkraft in der Sozialen Betreuung, die den kleinen Zoo in Zusammenarbeit mit Dirk Prang und zwei anderen Mitarbeitern organisiert hat.

Tatsächlich sind alle Anwesenden in Gespräche vertieft, auch Lachen hallt durch den Speisesaal. Waren es vor 20 Minuten noch drei Köpfe, die über dem Terrarium hingen, um jede kleinste Bewegung zu erhaschen, sind es mittlerweile schon fünf Bewohner. „Schaut, der dreht sich einmal um die eigene Achse“, ruft Helmut Wilden den anderen begeistert zu. Und wirklich: Der zirka zehn Zentimeter große Skorpion rotiert um die eigene  Achse. Das muss er auch, wenn er einen Rundumblick haben will. Schließlich beobachtet er ja auch die Besucher, die um sein Zuhause herumstehen.

   

Die Tierchen sind friedlich, das stellen die “Zoobesucher” fest. Dennoch: „Zwischen seine Scheren möchte ich aber nicht geraten, die sehen scharf aus“, stellt Mina Bentz lachend fest. In ihrer Privatsphäre lassen sich die kleinen Räuber allerdings nicht stören. Dirk Prang macht vorsichtig die Glasscheibe auf. Dahinter verbirgt sich eine Bombardierspinne. „Bombardierspinne?”, rätseln einige Bewohner und schauen fragend. „Ja“, bestätigt Dirk Prang, der sich seit zwei Jahren mit Insekten beschäftigt und genau weiß, wie diese artgerecht gehalten und richtig behandelt werden. Prang demonstriert sogleich, warum die Vogelspinne den Zusatztitel „Bombardierspinne“ trägt: Der Hobbyinsektenkundler schiebt vorsichtig seine Hand einige Zentimeter ins Terrarium. Dann passiert es: Das Tier schießt seine feinen Beinhärchen ab. „Die jucken auf der Haut, mehr nicht“, beruhigt der Alltagsbegleiter. Die Bewohner schmunzeln und sind begeistert darüber, wie eindrucksvoll und anschaulich der Duisburger sie in die Insektenkunde einführt.

  

Ängste vor den kleinen Tieren haben sie nicht. Im Gegenteil: Hilde Angenendt, die mittlerweile schon 45 Minuten da ist, schiebt ihre Hand Richtung Terrarium, zieht sie dann aber wieder kopfschüttelnd und mit einem verschmitzten Lächeln zurück. Sogleich geht sie zu einem anderen Tisch. Dort ruht eine andere weitere Vogelspinne. Mehrere Bewohner tummeln sich ums Terrarium. Es wird laut um den Tisch mit der Spinne. Die Bewohner klönen, lachen und tippeln freudig hin und her. Und was macht die Spinne, während vor ihrem Zuhause eine Party steigt? Sie krabbelt über den Boden, dann die Glaswand hoch Richtung Deckel. „Die ist aber unruhig“, stellen einige fest. Vielleicht stören wir, weil wir laut sind. Sie spürt bestimmt die Vibration“, meint Helmut Wilden. Es wird kurz angeregt diskutiert, spekuliert und dann beschlossen dem Tierchen seine Ruhe zu lassen. Rückzug! Mittlerweile ist eine Stunde rum. Es kommen noch andere Bewohner über den ganzen Tag verteilt. Und wer nicht selber kommen kann, wird geschoben. „Alle, die Interesse haben, bekommen die Insekten zu sehen. Wir gehen auch mit den Schaukästen in die Zimmer, wenn es gewünscht ist“, erklärt Demet Lehmann.