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Ausbildung in der Altenpflege: ein Beruf mit Zukunft

Die Arbeit in der Altenpflege ist anspruchsvoll und sehr vielseitig. Über ihre Motivation, sich für eine Ausbildung in der Altenpflege zu entscheiden und über ihre bisherigen Erfahrungen berichten drei angehende Pflegekräfte der Evangelischen Altenhilfe Duisburg.

  

Eines haben Thomas Alvarino, Michele Jansen und Tobias Schnothale gemeinsam, und das ist gar nicht so unüblich in der Altenpflege: Sie sind über Umwege zu ihrem Beruf gekommen. Michele Jansen ist ausgebildete Frisörin und hat auch zwei Jahre in einem Salon gearbeitet. Doch wirklich zufrieden war sie mit diesem Job nicht. „Ich habe mich dann für ein Praktikum in einem Altenheim entschieden. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin“, sagt die 23-Jährige.

Auch für Tobias Schnothale ist die Ausbildung zum Altenpfleger eine Umorientierung. „Die Arbeit als Kaufmann für Bürokommunikation hat mich auf Dauer nicht ausgefüllt.“ Er bewarb sich bei der Evangelischen Altenhilfe Duisburg, machte zwei Probearbeitstage und bekam dann einen Ausbildungsvertrag. „Bis heute habe ich den Wechsel keinen Tag bereut“, ist sich der 27-Jährige sicher.

Über Umwege zum Ziel

Die Biografie von Thomas Alvarino (32) ist ebenfalls nicht absolut geradlinig. Nach dem Abitur und dem Zivildienst studierte er zwei Jahre Politologie und Soziologie – und vermisste bei aller Theorie die Praxis. Also machte er eine Ausbildung und arbeitete einige Jahre als Verwaltungsfachangestellter. „Das war es einfach nicht“, erinnert er sich. Durch die Vermittlung der Arbeitsagentur kam er zur Altenpflege. Nach der Hälfte seiner dreijährigen Ausbildung gefällt es ihm noch immer „super“. Dass er dafür einige Umwege in Kauf nehmen musste, sieht Thomas Alvarino positiv: „Ich habe fürs Leben gelernt, deshalb ist es für mich keine verlorene Zeit.“

  

Abwechselnd Theorie und Praxis

Über 30 junge Menschen machen derzeit bei der Evangelischen Altenhilfe Duisburg eine Ausbildung zur Fachkraft für Altenpflege. Sie dauert drei Jahre in Vollzeit, umfasst 4.600 Stunden und findet an zwei Lernorten statt: 2.100 Stunden theoretischer Unterricht in der Altenpflegeschule und 2.500 Stunden praktische Ausbildung. Theorie- und Praxisblöcke wechseln sich ab. Die praktische Ausbildung findet überwiegend im Ausbildungsbetrieb statt. Hinzu kommen externe Einsätze im Krankenhaus, in gerontopsychiatrischen Einrichtungen und Hospizen.

Zu Beginn des neuen Jahres waren alle „Schüler“, wie die Auszubildenden von ihren Kollegen genannt werden, nach einigen Wochen Theorieblock wieder in ihren Häusern. Michele Jansen und Tobias Schnothale aus dem Haus an der Rheinkirche in Homberg beschreiben einen typischen Arbeitstag: „Als erstes schauen wir morgens nach, für welchen Pflegebereich und für welche Aufgaben wir eingeteilt sind. Dann nehmen wir an der Übergabe teil und informieren uns über den aktuellen Stand der Dinge. Im Anschluss machen wir die grundpflegerische Versorgung der Bewohner: waschen, Wundversorgung, anziehen, Medikamente ausgeben und Spritzen setzen, Frühstück verteilen und teilweise auch anreichen. Danach wird alles dokumentiert und in Berichteblättern zu Papier gebracht.“ Zu ihren Aufgaben gehören auch das Abräumen, die Wäscheversorgung der Bewohner und die Zimmerpflege. Zwischendurch gibt es Getränkerunden, das Verteilen der Mittagsmedikamente, Toilettengänge und Lagerung. Regelmäßig überprüfen die Pflegekräfte außerdem die Vitalwerte, messen den Blutzucker und wiegen die Bewohner.

Verschiedene Lernfelder

Im theoretischen Unterricht des jeweiligen Fachseminars beschäftigen sich die Auszubildenden unter anderem mit Anatomie und Krankheitslehre, Geriatrie und Gerontopsychiatrie, Sterbebegleitung und Ethik. „Bis zum Examen stehen mehrere Lernzielkontrollen, Klausuren und eine Zwischenprüfung auf dem Programm“, erklärt Thomas Alvarino aus dem Wichernheim Walsum.

Anspruchsvolle Aufgaben

„Der Beruf ist wirklich sehr vielseitig und anspruchsvoll“, sind sich die drei Auszubildenden einig. Dennoch sind sie regelmäßig mit Vorbehalten oder Vorurteilen konfrontiert: Es kommen dann Kommentare wie „Das könnte ich nicht“ oder „Ihr wischt doch nur den Po ab“.

„Natürlich gibt es Aufgaben, um die wir uns alle nicht reißen und für die ich mich überwinden muss“, gibt Michele Jansen zu. Dass der Beruf körperlich und psychisch anstrengend ist, gerade mit immer mehr demenziell veränderten Bewohnern, bestätigen auch Thomas Alvarino und Tobias Schnothale.

Was ist es also, das die drei angehenden Altenpflegekräfte an ihrer Arbeit schätzen? „Die Beziehung zu den Bewohnern, die Arbeit im Team und die Arbeitszeiten“, nennen sie übereinstimmend. Michele Jansen: „Wir können zu den meisten Bewohnern eine Beziehung aufbauen. Viele von ihnen sind sehr herzlich und freuen sich, wenn wir kommen. Es ist schön, sie glücklich zu sehen.“

  

„Man hat mehr vom Tag“

Thomas Alvarino und Tobias Schnothale schätzen an ihren Arbeitszeiten, dass sie Zeit für Privates lässt. „Wir arbeiten zwar häufig zwölf Tage am Stück und haben dann also nur jedes zweite Wochenende frei, dafür ist im Frühdienst aber auch schon um 14.00 Uhr Feierabend. Da hat man mehr vom Tag!“ Dass sie in sehr netten Teams arbeiten und oft auch privat gemeinsam etwas unternehmen, darüber sind alle drei sehr froh: „Da können wir uns wirklich glücklich schätzen!“