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Altenpflege: Beruf oder Berufung?

Altenpflegekräfte sind gefragter denn je. Ihr Beruf ist absolut zukunftssicher. Für viele in der Altenpflege Beschäftigte ist die Arbeit allerdings nicht nur ein Job, sondern oft auch eine Berufung.

„Sie/Er hat ihren/seinen Job gemacht.“ – Sätze wie dieser sind häufig zu hören. Wir freuen uns, wenn jemand seinen Job gut macht. Wenn wir mit einer Leistung unzufrieden sind, wünschen wir uns, dass sie oder er „doch bitte einfach seinen Job“ machen möge.

Eine der führenden Online-Jobbörsen, StepStone, formuliert: Der Begriff Job wird meist sehr neutral verwendet, um die Ausübung einer erwerbsmäßigen Tätigkeit zu beschreiben. Ohne zu bewerten, ob die Tätigkeit mit Gefallen ausgeübt wird oder nicht. Im Vordergrund steht das Geldverdienen. Anders der Beruf: Ihm geht in der Regel eine Ausbildung vorher, für die man sich bewusst entschieden hat. Noch einen Schritt weiter geht die Berufung. Zur Berufung, so StepStone, wird eine Tätigkeit erst dann, wenn man sich damit identifizieren kann, wenn man sie gerne macht und wenn sie einen erfüllt. Das kann die Arbeit mit Zahlen sein, mit Geräten oder mit Menschen.

Arbeit mit Menschen

Der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, ihnen ihr Leben zu verschönern, ist für viele auch die Hauptmotivation für einen Pflegeberuf. Manche attestieren sich selbst ein Helfersyndrom, manche kennen und mögen die Arbeit, weil sie sie bei Familienmitgliedern erlebt haben. Andere waren in anderen Berufen unzufrieden und finden nach Umwegen in der Pflege ihre Bestimmung.

Auf viele Mitarbeitende der Evangelischen Altenhilfe Duisburg trifft eine dieser Beschreibungen zu. Einige, von denen wir wissen, dass ihr Beruf für sie auch eine Berufung ist, lassen wir nachfolgend erzählen. Fest steht: Es hätten deutlich mehr sein können! Der Platz ist jedoch begrenzt.

Das Extra macht den Unterschied

Charlotte Eichmanns feierte in diesem Jahr ihre 40-jährige Unternehmenszugehörigkeit. In mehr als vier Jahrzehnten hat sie die Veränderungen in der Pflege miterlebt. Die Pflegedienstleiterin im Wichernheim Walsum akzeptiert ihre arbeitsorientierten Teammitglieder. „Es ist in Ordnung, wenn sie ihre Arbeit gut machen.“ Den Unterschied zu jenen, die mit echtem Herzblut bei der Sache sind, macht sie an entscheidenden Kleinigkeiten fest: „Das Drumherum fließt an ihnen vorbei. Es gibt kein Extra für den Menschen.“ Das Extra kann die Tageszeitung sein, die der Bewohner so gerne noch im Bett liest. Oder die Rasur vor dem Frühstück, das Eingehen auf Mimik, wo es keine Worte mehr gibt. „Ein Pflegeheim ist meistens das letzte Zuhause. Wir möchten es für unsere Bewohner so gut wie möglich gestalten – in jeder Hinsicht“, meint die 61-Jährige.

Überzeugt, das Richtige zu tun

Noch vergleichsweise neu im Team von Charlotte Eichmanns ist Martin Pfeiffer. Der 33-Jährige hat zuvor in zwei gänzlich anderen Branchen gearbeitet. „Ich gerate hier oft an meine Grenzen. Die Arbeit ist anspruchsvoll und fordert viel Verantwortung, Selbständigkeit und Empathie.“ Trotzdem fühlt er sich als Altenpfleger jetzt angekommen. Fast täglich fährt er nach dem Dienst zufrieden nach Hause, sagt er. Dann weiß er, dass er den Bewohnern etwas Gutes getan hat. Sie haben gelächelt, als er ihr Zimmer verließ. Sie waren dankbar, dass er ihnen Zeit geschenkt und sich mit ihnen unterhalten hat. Er hat einen Mann nicht nur bei seinen Einschränkungen unterstützt, sondern noch vorhandene Ressourcen entdeckt und reaktiviert. Es gab ein zaghaftes „Ja“ von einer Frau, die er zuvor noch nie hatte sprechen hören. „An solchen Tagen weiß ich, dass ich das Richtige tue“, sagt Martin Pfeiffer.

Enge Verbindung

Davon, dass sie das Richtig tun, sind auch Annette Ambrosius und Melanie Preuß aus dem Haus an der Rheinkirche überzeugt. Die Gemeinschaft aus Kollegen und Bewohnern ist für sie wie eine zweite Familie. „Wir verbringen viel Zeit miteinander und kennen uns teilweise seit Jahren. Wir teilen Freud und Leid und spüren sofort, wenn jemand bedrückt zum Dienst kommt. Die Bewohner übrigens auch“, erzählen die beiden. Besonders gefordert ist das Team bei Krankmeldungen. „Wir müssen dann das gleiche Pensum mit weniger Personal schaffen. Doch auch wenn es schwierig ist, versuchen wir, den Spaß nicht zu verlieren und jedem Bewohner über die Grundpflege hinaus etwas Gutes zu tun“, erklärt Melanie Preuß. Das kann eine schöne Maniküre für die Dame sein, eine liebevolle Berührung, ein gemütliches Wannenbad, das gemeinsame Lachen. „Wenn dann Sätze kommen wie ‚Sie sind eine Seele für die Station‘ ist das die schönste Belohnung“, findet Annette Ambrosius.

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Wer sich für eine Ausbildung, ein FSJ oder einen BFD interessiert, kann sich jederzeit bewerben, auch per E-Mail: bewerbung@eahd.de – Fachkräfte werden ebenfalls regelmäßig gesucht.