Seit über einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie unser Leben. Der Alltag hat sich stark verändert und ist mit vielen Einschränkungen und Herausforderungen verbunden. Wir haben die Heimbeiräte in unseren Einrichtungen gefragt, wie sie diese Zeit erleben.

Beeck

„Für mich als Angehörige war die erste Zeit ganz furchtbar, weil ich meinen Vater nicht besuchen konnte“, erinnert sich ein Heimbeiratsmitglied. „Die Mitarbeitenden der Beecker Hausgemeinschaften / Haus an der Flottenstraße haben viel von unserer Sorge und unserem Ärger abbekommen“, gibt sie zu. „Trotzdem waren sie immer erreichbar, haben alles geduldig erklärt und hatten immer ein offenes Ohr für uns. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Während des strikten Besuchsverbotes nutzte ein Beiratsmitglied seinen über dem Eingang gelegenen Balkon für persönliche Gespräche mit Bekannten – auch über zwei Stockwerke hinweg. „So war es wenigstens auf Distanz möglich, sich weiter zu sehen.“

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, der ebenfalls Mitglied im Heimbeirat der Beecker Hausgemeinschaften / Haus an der Flottenstraße ist, hielt zu der von ihm betreuten Bewohnerin vor allem telefonisch Kontakt. „Ich habe sie monatelang nicht getroffen“, bedauert er. „Gut, dass durch die Impfung und das Testen jetzt ein Wiedersehen möglich ist.“

Homberg

Das Haus an der Rheinkirche stemmte sich mit strengen Regeln und konsequentem Handeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Der Heimbeirat wurde regelmäßig informiert und einbezogen“, freuen sich seine Mitglieder. „Uns war sofort klar, dass wir das durchhalten müssen und wir sind sehr stolz, mit wie viel Disziplin wir das geschafft haben.“

Bei einem Verdacht auf eine Infektion wurden Bewohner*innen unverzüglich isoliert, zu Beginn der Pandemie wurde das gesamte Veranstaltungsprogramm gestrichen, Kontakte wurden konsequent reduziert. „Das war schon schwierig. Manchmal wusste man gar nicht mehr, was man allein auf seinem Zimmer noch machen soll. Aber das Durchhalten hat sich gelohnt“, sind sich die Mitglieder des Heimbeirates einig.

Viel Lob gibt es für die Mitarbeitenden: „Sie haben immer ihr Bestes gegeben und den neuen Alltag sehr gut organisiert.“ Zu Weihnachten 2020 und Ostern 2021 gab es in kleinen Gruppen sogar gemütliche Feiern mit Geschenken für die Bewohner*innen. „Der Zusammenhalt im Haus war schon immer gut. Im letzten Jahr sind wir noch mehr zusammengewachsen.“

Orsoy

Alle Mitglieder des Heimbeirates im Evangelischen Pflegeheim Orsoy sind zweifach geimpft und können deshalb wieder ohne Maske gemeinsam an einem Tisch sitzen. Sie loben die konsequente Umsetzung der Hygieneregeln und die schnelle Reaktion auf Infektionsfälle im Haus. Erkrankte Bewohner wurden unverzüglich isoliert und es wurden Quarantäne-Bereiche eingerichtet. „Ich hatte mich zum Glück nicht infiziert und bin zu meiner eigenen Sicherheit vorübergehend in ein anderes Zimmer gezogen“, berichtet ein Bewohner. „Das war zwar etwas lästig, aber sinnvoll. Deswegen war ich natürlich sofort einverstanden.“

Während des absoluten Besuchsverbotes im Frühsommer 2020 waren die Bewohnerschaft und die Beschäftigten ein eingespieltes #TeamMiteinander. „Die Versorgung auf den Zimmern hat gut geklappt und die Soziale Betreuung hat sich sehr gut um uns gekümmert“, lobt der Heimbeirat. Er ist auch mit der Vorbereitung und der Durchführung der beiden Impfungen im Evangelischen Pflegeheim Orsoy zu Beginn des Jahres 2021 zufrieden. „Das lief hervorragend!“

Gleichwohl blieb ist dem Heimbeirat nicht verborgen, wie belastet die Mitarbeitenden vor allem zu Beginn der Pandemie waren. Sie hatten fast täglich neue Erlasse und Verordnungen umzusetzen, sich an strenge Hygieneauflagen zu halten, ihren Arbeitsalltag umzustellen. Hinzu kam die Sorge um die Gesundheit der Bewohner*innen und um ihre eigene. „Sie haben Anerkennung und Respekt verdient“, findet der Heimbeirat.

(Foto) Ein Bewohner sagt: „Ich bin zwar oft allein, aber nicht einsam. Denn ich spiele Klavier, das macht mir Freude, vor allem, wenn auch Mitbewohner zuhören können.“

Pillgram

Quarantäne, Besuchsverbot, ausgefallene Therapien und Veranstaltungen – die Begleiterscheinungen der Pandemie waren für die Bewohner*innen im Evangelischen Pflegeheim Pillgram belastend, vor allem für jene mit Demenz. „Deshalb sind wir glücklich, dass mit Test und Maske inzwischen wieder Besuche möglich sind“, sagt der Heimbeirat.

Das gesamte Haus ist dankbar, dass es bislang von einem Corona-Ausbruch verschont blieb. „Die Heimleitung hat alle erforderlichen Maßnahmen gut organisiert und für eine schnelle Teilnahme an der Impfung gesorgt“, lobt der Heimbeirat. Er bedankt sich gleichzeitig bei den Mitarbeitenden und erkennt an, welche Leistungen sie trotz erhöhtem Stresspegel erbracht haben.

Letztendlich akzeptieren Mitarbeiter- und Bewohnerschaft die Situation, wie sie ist: „Wir können nichts daran ändern.“

Rumeln

„Wir danken dem Haus, dass die Impfung so schnell möglich war und so gut organisiert war“, sagt der Heimbeirat im Evangelischen Pflegeheim Altes Rathaus / Rumelner Hausgemeinschaften.

Während der ersten Welle waren ehrenamtliche Mitarbeitende eine wichtige Unterstützung im Leben der Bewohnerschaft, indem sie beispielsweise Einkäufe übernahmen. In den nahegelegenen Geschäften versorgen sich einige Bewohner*innen normalerweise auch selbst mit den benötigten Produkten. „Das Haus hat eine sehr gute Lage in Rumeln“, finden sie.

Die Pandemie schränkt ihren Alltag sehr ein. „Früher habe ich mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin regelmäßig kleinere Ausflüge gemacht und wir sind dann in einem Café oder Restaurant eingekehrt. Das ist seit langem nicht möglich“, bedauert ein Bewohner. Stattdessen geht er häufig auf dem gegenüberliegenden Friedhof oder im Garten der Einrichtung spazieren.

Die Bewohner*innen vermissen das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm, das wegen der Kontaktbeschränkungen deutlich reduziert werden musste. Alle Angebote sind vorübergehend wohnbereichsbezogen, zum Beispiel der traditionsreiche Lichterzauber im Advent, Gedächtnistraining sowie Backen und Basteln. „Hoffentlich können wir im Sommer in unserem schönen Innenhof auch wieder gemeinsam feiern“, wünscht sich der Heimbeirat.

Walsum

Die Mitglieder des Heimbeirates im Wichernheim Walsum erinnern sich nur ungern an die strengen Kontaktbeschränkungen zu Beginn der Pandemie: „Gemeinsame Aktivitäten und Besuche waren plötzlich nicht mehr möglich. Das war schlimm.“ Denn die Bewohner*innen mögen die Geselligkeit, das Singen von Volksliedern und Treffen mit Mitbewohnern anderer Wohnbereiche.

Bei der Planung ihres Programms ist die Soziale Betreuung noch immer an die gesetzlichen Vorgaben gebunden, und die lassen nur wohnbereichsbezogene Aktivitäten zu. „Wir basteln, malen, kegeln auf dem Flur, machen Bewegungs- und Gedächtnistraining“, berichtet der Heimbeirat.

Spaziergänge im großen Garten hinter dem Haus waren und sind jederzeit möglich. Sobald das Wetter gut ist, treffen sich dort die Werkelgruppe der Männer und die Gartengruppe der Frauen. „Wir haben gemeinsam an Hochbeeten gearbeitet“, freut sich der Heimbeirat. „Die Männer haben geschraubt und gepinselt, die Frauen dekoriert und gepflanzt.“

Mit dem Schutz durch die Impfung und die regelmäßígen Schnelltests hoffen alle, dass sie sich bald wieder in größerer Runde auf der Terrasse treffen und vielleicht sogar wieder feiern können: „Es wäre schön, wenn das geplante Oktoberfest stattfindet.“

Fortsetzung folgt.